Big Band Battle in Radom

Zwar schon eine Weile her, aber dennoch nicht in Vergessenheit geraten, zählt die Reise nach Radom wohl zu den Höhepunkten des Konzertjahres 2012 der Big Band des Magdeburger Konservatoriums.
Am 17. Mai, pünktlich um 10 Uhr, setzte sich unser komfortabler Reisebus vom Thiem 20 aus Richtung Osten in Bewegung.
Mit an Bord waren neben den 23 Bandmitgliedern und Dirigent Mohi Buschendorf auch Detlef Gralka und Roland Kähne, die als Organisatoren und Unterstützer allen Mitreisenden die gesamte Fahrt über mit Rat und Tat zur Seite standen.
Mit einer Vielzahl an Musikinstrumenten im Bauch des Busses und reichlich Vorfreude auf die kommenden Tage, war unser gemeinsames Ziel nun die im Herzen Polens gelegene Stadt Radom.



Die Stimmung war, nicht zuletzt auch wegen des Herrentages, durchweg entspannt und fröhlich und die Zeit im Bus wurde sich mit allerlei Gesprächen, Kartenspielen und DVDs vertrieben. Doch trotz der guten Atmosphäre waren wir alle nach über 700 gefahrenen Kilometern und fast zwölf Stunden im Bus froh, endlich an unserem Hostel in Radom angekommen zu sein.
Dort erwartete uns schon Dariusz Krajewski, Dirigent der Big Band aus Radom, die uns in ihre Stadt eingeladen hatte. Dem deftigen Abendbrot, einigen Terminabsprachen und dem Beziehen der Zimmer, schloss sich ein entspannter Ausklang des ersten Abends der Reise an.



Am nächsten Tag ging es gleich nach dem Frühstück zu einem Rundgang in die Stadt, in dem Dariusz uns mit Radom etwas vertrauter machte. Endstation dieser Stadtführung war die große und moderne Musikschule, in der am Abend das gemeinschaftliche Konzert der beiden Big Bands stattfinden sollte.



Hervorzuheben ist neben der schuleigenen Kantine besonders auch der Konzertsaal, welcher durch Größe, Ausstattung und vor allem auch klanglich die gesamte Band faszinierte.
Der Nachmittag war mit Aufbauen, Proben und etwas Freizeit in der Stadt ausgefüllt.

Dann, um 18 Uhr Ortszeit, hieß es endlich: „Bühne frei!“.

Nach der Begrüßung durch den Oberbürgermeister und einigen Stücken eines Bläserensembles aus Radom, betraten die beiden Dirigenten Mohi Buschendorf und Dariusz Krajewski unter großem Applaus die Bühne. Beide gekleidet in Sporthosen und ausgestattet mit Boxhandschuhen, imitierten sie das „öffentlich Wiegen“, wie vor großen Boxkämpfen und verbreiteten somit echtes „Battle-Feeling“.



Immer im Wechsel wurden nun zahlreiche Instrumental- und Gesangsnummern von beiden Bands dargeboten und am Schluss sogar die Stücke „Tijuana Taxi“ von Bud Coleman und „Soul Bossa Nova“ von Quincy Jones gemeinsam gespielt.



Sowohl das Publikum als auch die Musiker waren sehr zufrieden über dieses Konzert mit über 50 Beteiligten zusammen auf einer Bühne.
Für beide Bands gab es als Trophäe für die erfolgreiche Teilnahme am „Big Band Battle“ jeweils einen Pokal, sodass alle nach diesem Konzert als Sieger hervorgingen – eine wirklich freundschaftliche Geste der Gastgeber.



Dem eigentlichen Konzert folgte eine Jam-Session, in der noch einmal gemeinsam von polnischen und deutschen Musikern einige Jazz-Standards zum Besten gegeben wurden.
Glücklich und zufrieden ging es für uns nach dem erfolgreichen Konzert wieder in Richtung Hostel, wo der zweite und leider auch letzte Abend allerseits noch einen feucht-fröhlichen Ausklang fand.



Am nächsten Morgen hieß es schon wieder Abschied nehmen von Radom und ab in den Bus, denn schließlich trennten uns noch einige hundert Kilometer und mehrere Stunden Fahrt vom schönen Magdeburg.
Die anfangs etwas abenteuerlichen Straßenverhältnisse in Polen und fehlender Schlaf konnten dem schon auf der Hinfahrt herrschenden guten Klima und der gemeinschaftlichen Atmosphäre im Bus nichts anhaben.
Vielen Dank an dieser Stelle auch an unseren Busfahrer Herrn Olaf Kaiser, der uns die gesamte Fahrt über begleitete und so manches schwierige Verkehrsmanöver souverän löste.
Gegen neun Uhr abends am 19. Mai, erreichten wir wieder das Thiem 20, wo sich nach der gemeinsamen Zeit unsere Wege fürs erste trennten.



Alles in allem, so denke ich, war die Reise nach Radom eine tolle und schöne Erfahrung für alle Beteiligten und hat den Zusammenhalt und die Freundschaften in der Band gefördert und gestärkt. Schade war, dass die Zeit mit der Big Band aus Radom etwas zu kurz kam und deshalb zwischen den polnischen und deutschen Musikern noch nicht so viele Kontakte geknüpft werden konnten. Doch dazu wird es sicherlich bei weiteren gegenseitigen Besuchen, die vielleicht auch über mehrere Tage stattfinden, noch Gelegenheit geben.
Auf jeden Fall sollte die Freundschaft der beiden Big Bands aus den Partnerstädten Radom und Magdeburg erhalten bleiben und deren Beziehung gestärkt werden, sodass in Zukunft weitere Konzerte und Reisen durchgeführt werden können.

Simeon Hudlet, Gitarrist der Big Band des Konservatoriums MD